Windkraft in Pfullingen: Der geplante Windpark Käpfle

Die Stadt Pfullingen beteiligt sich gemeinsam mit Reutlingen und Gomaringen an der Planung eines Windparks auf der interkommunalen Windvorrangfläche im Bereich Käpfle. 

Die Optionsphase

Am 11.04.2025 hat sich die interkommunale Arbeitsgruppe einstimmig für  Schöller SI Erneuerbare als Projektierer für den Windpark entschieden. Der Gemeinderat hat diese Wahl am 06.05.2025 befürwortet. Damit wurde die sogenannte Optionsphase eingeläutet. In dieser Planungsphase, erarbeitet das Unternehmen ein konkretes Konzept für den Windpark. Während dieser Zeit verpflichten sich die beteiligten Kommunen, keine Gespräche mit anderen Projektierern zu führen. Die Entscheidung über die Umsetzung des Projekts liegt bei den jeweiligen Gemeinderäten.

Die geplante Fläche

Die Windvorrangfläche RT-TÜ-01 umfasst insgesamt rund 274 Hektar. Etwa 62 Hektar entfallen auf das Gebiet der Stadt Pfullingen. Die Fläche liegt nordwestlich der Gönninger Straße, hinter dem Komposthof. Weitere Anteile liegen auf Gemarkung von Reutlingen und Gomaringen. Die Fläche wird sich im Rahmen des weiteren Planungsverfahrens noch verkleinern. 

Aktueller Planungsstand

Aktuell sieht der Entwurf des Projektierers den Bau von insgesamt fünf Windenergieanlagen vor – zwei davon auf Pfullinger Gemarkung. Zum Einsatz kommen Anlagen des Typs Enercon E-175 mit einer Nabenhöhe von 174,5 Metern, einem Rotordurchmesser von 175 Metern und einer Gesamtleistung von je 7 Megawatt. Die Gesamthöhe beträgt 262 Meter. Die Anlagen sind so geplant, dass Schallemissionen und Schattenwurf auf ein Minimum reduziert werden. Sollte es dennoch zu Überschreitungen gesetzlicher Grenzwerte kommen, sind automatische Abschaltungen vorgesehen.

Auch Umwelt- und Naturschutz spielen eine zentrale Rolle. Der Eingriff in den Wald wird so gering wie möglich gehalten. Dazu trägt eine waldschonende Planung bei, die sich an bestehenden Wegen orientiert, temporäre Baustellenflächen renaturiert und ökologisch wertvolle Zonen berücksichtigt. Die tatsächliche dauerhafte Flächeninanspruchnahme pro Anlage liegt voraussichtlich bei rund 0,5 Hektar.

Die Netzanbindung ist durch die Nähe zu einer 110-kV-Freileitung gesichert. Der Bau eines Umspannwerks ist voraussichtlich erforderlich. Zudem wird geprüft, ob eine Kombination mit Photovoltaik und Batteriespeichern möglich ist.

Bürgerinformation und Beteiligung

Ein wichtiges Anliegen der Stadt ist die Einbindung der Bürgerschaft. Bereits in der frühen Projektphase wurden Informationsveranstaltungen angeboten – zuletzt am 19. Mai 2025 in den Pfullinger Hallen und am 28. Mai in der Turn- und Festhalle in Reutlingen-Gönningen. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern wird auch in den nächsten Planungsschritten fortgeführt.

Wirtschaftlicher Nutzen

Pfullingen und die umliegenden Kommunen profitieren zudem auch wirtschaftlich vom Windpark. Durch die langfristigen Pachtverträge mit garantierter Mindest- und variabler Vergütung fließen zusätzliche Einnahmen in den städtischen Haushalt. So ist eine freiwillige finanzielle Beteiligung nach § 6 EEG vorgesehen: Für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom werden 0,2 Cent an die umliegenden Gemeinden ausgeschüttet – das entspricht rund 25.000 Euro pro Anlage und Jahr. Darüber hinaus fallen Gewerbesteuereinnahmen an, von denen 90 Prozent der Standortkommune zufließen. Auch für Bürgerinnen und Bürger werden Beteiligungsmodelle vorbereitet, etwa über Genossenschaftsanteile oder direkte Projektbeteiligungen.

Weitere Informationen zum Fortgang des Projekts, Beteiligungsmöglichkeiten und zur Genehmigungsphase folgen regelmäßig auf dieser Seite.

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