Die Städte Reutlingen und Pfullingen bewerben sich gemeinsam mit den Gemeinden Eningen unter Achalm, Lichtenstein, Kirchentellinsfurt und Wannweil für die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2039. Die entsprechende Machbarkeitsstudie kam Mitte des Jahres zum erfreulichen Ergebnis: Die Kommunen sind prädestiniert dafür, die BUGA 2039 auszurichten. 1,75 Millionen Besuche werden darin vorausgesagt. An die Studie schlossen sich dann im Sommer die zustimmenden Beschlüsse der Gemeinderäte an
In diesen Oktobertagen bereiste nun eine Delegation der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) die Region, um die Bewerbung zu prüfen und das Potenzial der beteiligten Echazkommunen für die Ausrichtung zu bewerten – am Mittwoch machte die elfköpfige Gruppe Station in Pfullingen.
Bürgermeister Stefan Wörner und Manuel Baier, Erster Beigeordneter der Stadt, empfingen die Gäste gemeinsam mit den Stadtplanern Timo Kühnel und Jan Grube zunächst an den Pfullinger Hallen, die gemeinsam mit dem sportlich-freizeitlich genutzten Schönbergpark außenherum eines der Pfullinger BUGA-Zentren bilden sollen. Danach ging es zu einem weiteren Schwerpunkt, dem Schlösslespark – den Abschluss bildeten nach einem Zwischenstopp in der NEUEN MITTE der Stadtgarten und der Bahnhofspark.
An den einzelnen Stationen erläuterten die Pfullinger Rathaus-Vertreter der DBG-Delegation rund um deren Geschäftsführer Dr. Achim Schloemer die möglichen Schwerpunkte, die sowohl für die Besucherinnen und Besucher der BUGA 2039 als auch langfristig für die Pfullingerinnen und Pfullinger umgesetzt werden könnten: So wäre etwa in den Pfullinger Hallen eine Botanikausstellung mit besonderem Ambiente denkbar, deren Umfeld ließe sich verkehrstechnisch – nicht zuletzt durch die RSB – neu ordnen und frei werdende Flächen touristisch und sportlich nutzen. Übernachtungsmöglichkeiten könnte der erweiterte Wohnmobilstellplatz und der geplante Naturcampingplatz rund um das Jakob-Albrecht-Haus bieten. Modellhaft soll zudem aufgezeigt werden, wie eine langfristige Erhaltung der prägenden Streuobstwiesen gelingen kann.
Im Schlösslespark würde es derweil gelten, den einmaligen Charme von Mammutbäumen unten und Schlössle mit Scheuer oben zu erhalten, aufzuwerten und gleichzeitig den Park auf Vordermann zu bringen, die Bachläufe zugänglicher zu machen und etwa im Sinne der dortigen Feste eine Outdoorbühne zu installieren.
Alle Schwerpunkte konnten in der Kürze der Delegationsreise gar nicht besucht werden: Ohne persönliche Stippvisite blieb etwa der Wasen bzw. untere Urselberg, wo es im Bereich der Skisprungschanzen Überlegungen für einen neuen Aussichtsturm gibt – gewissermaßen als Gegenstück zum Schönbergturm, der übrigens gemeinsam mit der Wanne ebenfalls im Zentrum der Gartenschau stehen soll. Das gleiche gilt für das Gewerbegebiet Steinge, das im Rahmen der BUGA Zeuge dafür werden soll, wie ein weitgehend versiegeltes Industriegebiet nachhaltig begrünt und entsiegelt werden kann, um so Wertschöpfung und Klimaresilienz an einem Ort zusammenzuführen.
Neben der Ausstellung, die den Höhepunkt der Schau im Jahr 2039 darstellen wird, bietet eine BUGA den Rahmen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung, die bereits im Vorhinein und auch noch auf Jahre und Jahrzehnte darüber hinaus wirken wird. Übergreifende Anliegen sind neben der Renaturierung der Echaz etwa der Hochwasserschutz und Anpassung an den Klimawandel. Viele der Pfullinger Themen – wie etwa die Sanierung der Villa Laiblin, des Schlösslesparks und des Schlosses – sind ohne eine konzentrierte Förderung von Bundes- und Landes-Fachförderprogrammen nicht umzusetzen. Die BUGA bietet hierfür den Rahmen. Zusagen der Ministerien und Beispiele anderer Gartenschaukommunen zeigen, wie hier konzentriert Fördermittel fließen.