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vhs Marionettenbühne – Die Puppen tanzen lassen


Auf Einladung der Volkshochschule Pfullingen lässt die Marionettenbühne Kassandra am 23. März Kinder im Musiksaal der Schloss-Schule staunen und träumen.

Nicht viele in der Region wissen um die Existenz einer ganz außergewöhnlichen Künstlerformation auf der Haid, die den Kindern im ganzen Land, ob in Konstanz, Ellwangen oder Stuttgart, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Vor 35 Jahren aus dem Wunsch heraus entstanden, den Schülerinnen und Schülern der Walddorfschule in Engstingen im Rahmen einer Schulveranstaltung noch ein zusätzliches Angebot zu unterbreiten, legten fünf Eltern, darunter Ursula Lechler-Wagner, den Grundstein für die Marionettenbühne Kassandra.

Marionettenbühne Kassandra

Nachdem die ersten Gehversuche nicht nur bei den jungen Zuschauern für große Resonanz sorgten, sondern auch die Puppenspieler große Freude an der Aufführung hatten, war an ein Aufhören nicht mehr zu denken. Es folgten viele Lehrjahre, in denen das Ensemble, welches inzwischen auf acht Damen angewachsen ist, bei den Großen der Zunft in die Schule ging, die ersten eigenen Puppen fertigte und seine Darbietung stets weiterentwickelte. Der Enthusiasmus der Truppe sorgte dabei zwischenzeitlich sogar für Luxus-Probleme, wenn etwa zu viele Puppen in liebevoller und akribischer Handarbeit erstellt wurden und einfach der Stauraum im Atelier ausging. „Wir leben uns hier einfach kreativ aus“, erklärt Ursula Lechler-Wagner schmunzelnd, die derzeit eine der beiden Sprecherinnen der Gruppe ist.

Raum für künstlerische Betätigung gibt es dabei beim Marionettenspiel zur Genüge: Mit Bühnen- und Puppenerstellung, Erzählervortrag oder auch kleinen musikalischen Einschüben findet jede ihre Nische. Im Zentrum allen künstlerischen Schaffens und aller Überlegungen steht jedoch stets ganz klar das Kind. Wie vor vielen Jahrzehnten bei der allerersten Vorführung will man auch heute noch in eine magische Welt versetzen, die Fantasie anregen und Werte vermitteln. Waren es in der Vergangenheit häufig die Märchen der Gebrüder Grimm, adaptiert Kassandra inzwischen auch andere Stücke. „Hier müssen wir manche Geschichten für die Bühne etwas anpassen, um unsere Puppenstars richtig zur Geltung kommen zu lassen und die Nachvollziehbarkeit sicherzustellen“, erzählt Ursula Lechler-Wagner. So wird viel wörtliche Rede verwendet – die Musik untermalt oder begleitet eher randständig.

Gefragt, wann sie denn die Fäden an den Nagel hängen möchte, merkt man an der kurzen Denkpause, dass diese Überlegung wohl noch nie eine Rolle bei Ursula Lechler-Wagner gespielt hat. Über eine solche Entschlossenheit, soviel Energie und Leidenschaft für die Sache freut sich auch der Veranstalter, die Volkshochschule Pfullingen, ganz besonders. Alexander Tomisch, der Leiter der Bildungseinrichtung, ist glücklich darüber, dass er auf diese Weise auch den jüngsten Pfullinger Bürgerinnen und Bürgern erste Berührungspunkte mit kulturellen Angeboten eröffnen kann. „So etwas live zu sehen, die Puppen zu berühren und auch mit den Darstellerinnen sprechen zu können, macht den Besuch definitiv zu einem Erlebnis.“ Und wer weiß, vielleicht ist die illustre Truppe aus Engstingen nach dem kommenden Samstag auch kein Geheimtipp mehr.

vhs-Veranstaltungswebsite (Link)

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