• 26.06.2017
  • 04:00
Deckblatt des Pfulbenbuches

Hinweis:

  • © Pfulbenverlag, Hermann Wick, Zeppelinstraße 44/2, Pfullingen

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Variationen an Pfulben - Das Pfulbenbuch

Das Pfulbenbuch von Helmut Bachschuster informiert auf humoristische Weise über die Geschichte des Pfullinger Wappens. In unserem Online-Pfulbenbüchle finden Sie eine kleine Auswahl der "Geschichte, Geschichten und Bilder" zum Pfullinger Wappen.

Lassen Sie sich zunächst durch das Vorwort von Prof. Dr. Hermann Fischer auf das zu sehende einstimmen. Allzu Ungeduldige dürfen natürlich zum Ende der Seite wechseln und dort die Galerie direkt aufrufen!

Vorwort:

Das Pfullinger Stadtwappen – Thema dieses Buches – beruht auf einem sprachlichen Irrtum, der 500 Jahre alt ist. Man war nämlich zunächst der Auffassung, in dem Ortsnamen Pfullingen stecke das Wort „Pfulben“ was „Pfühl“ also großes, weiches Bettkissen, auch Sitzkissen bedeutet, im übertragenen Sinne auch Faulpelz, Schlafhaube. Da der Pfulben, wie andere Kissen und Decken mit Flaum, Federn gefüllt ist, brachte man den Pfulben, die Pfullinger Wappenfigur, mit einem Federnmarkt in Verbindung.

Noch 1961 kann man in dem Buch Sturmfels/Bischof: „Unsere Ortsnamen im ABC erklärt“ lesen. „Pfullingen liegt an der Echaz in einem sehr wasser- und bachreichen Gebiet am Nordhang der Alb; so ist die Beziehung zu althochdeutsch Phuol = Sumpf, Sumpflache, Riedland, landschaftlich gesichert."

Lutz Reichardt hat in seinem „Ortsnamenbuch des Kreises Reutlingen“, 1983 wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen, dass es sich bei den „-ingen-Namen“ um eine Ableitung mit dem germanischen Suffix „inga“ handelt, die im Dativ Plural steht; d. h. der Name Pfullingen bedeutet „bei den Leuten, die in der von Pfullo (Personenname) gegründeten Siedlung wohnen“; also Pfullingen wurde benannt nach ihren Bewohnern, die Bewohner nach ihrem Sippenoberhaupt oder Ortsgründer.

Wie produktiv und schöpferisch dieser Irrtum sein kann – und mir fällt dabei die berühmte Kalendergeschichte von Johann Peter Hebel „Kannitverstan“ ein, in der gezeigt wird, wie man durch den Irrtum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntnis kommt – demonstriert dieses Buch. Ausgehend vom Pfullinger Stadtwappen lässt Helmut Bachschuster auf kreative, ja stellenweise phantastische Weise seinen Assoziationen freien Lauf.
Diese sind aber nur scheinbar willkürlich; sie werden nämlich geleitet und gelenkt sowohl von historischen als auch von zeittypischen Pfullinger Fakten.
So entstand ein alternatives Heimatbuch mit dem Titel „Variationen an Pfulben“ mit über dreißig verschiedenen Pfulbenbildern, die alle den Betrachter und Leser zunächst erheitern, ihn jedoch auch mit ihrer Hintergründigkeit sehr nachdenklich machen, weil sie mit Satire eine Menge Wahrheit und deren Erkenntnis transportieren.

Hermann Fischer