• 20.09.2018
  • 11:26

Der besondere Dank von Bürgermeister Michael Schrenk geht an alle, die das Projekt unterstützt haben: Engagement Global, das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Rosenkranz Genuss für die großzügige finanzielle Unterstützung, der Schulleitung und Lehrern des FSG, den Mitgliedern der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Pfullingen sowie den Mitarbeitern der Stadtverwaltung Pfullingen, die an der Antragsstellung und Umsetzung mitgewirkt haben.



v.l. Pastor Oliver Lacher, Klaus Thilo, Pfarrer Hans Martin Fetzer, Dekan Hermann Friedl, Bürgermeister Michael Schrenk und Martin Stark

Stadtnachricht

Neuer Automat für fair gehandelte Produkte am FSG soll Bildung in Nachhaltigkeit fördern


Die Stadt Pfullingen ist seit Juni 2012 Fairtrade-Stadt. Seither hat sich der Faire Gedanke in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens und in der Bevölkerung weit verbreitet. Durch regelmäßige Aktionen und Veranstaltungen wird durch die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Pfullingen über die positiven Konsequenzen des Fairen Handels für benachteiligte Produzenten aufgeklärt und auch einzelne Projekte werden unterstützt.

Als neues Element, um vor allem auch bereits Kinder und Jugendliche für mehr globale Gerechtigkeit zu sensibilisieren, wurde nun am Friedrich-Schiller-Gymnasium ein sogenannter FAIR-o-mat® aufgestellt, ein Automat, welcher ausschließlich mit fair gehandelten Produkten befüllt wird.

Die Idee entstand bei einer Vorstellung des FAIR-o-mat® durch eine Studentengruppe auf der Messe Fair Handeln - schnell war die Begeisterung in der Gruppe da, aber wie sollten man dies finanzieren?

Auf der Suche nach einem Sponsor wurde die Steuerungsgruppe Fairtrade auf ein Förderprogramm von der gemeinnützigen Gesellschaft „Engagement Global“ aufmerksam, welche mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Kleinprojekte unterstützt, die Bildung in nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben.
Daraufhin stellte die Stadt Pfullingen einen Förderantrag, diesem wurde zugestimmt und damit stand der wesentliche Anteil der Finanzierung. Der Rest wurde durch Spenden und Aktionen, wie dem Glühweinverkauf etc., gesammelt.

Durch eine großzügige Unterstützung beim Verkaufsstand der Steuerungs-gruppe Fairtrade am Kreativmarkt 2017 durch Rosenkranz Genuss konnte der Haupteigenanteil sowie weitere Mittel für ergänzendes Bildungsmaterialien für den Schulunterricht erwirtschaftet werden. Ein leckeres Regio-Faires Alblinsengericht und Kuchen mit fairen Zutaten kamen bei den Pfullinger Bürgern sehr gut an. Diese wurde beides von Rosenkranz Genuss gespendet und der Erlös kam dem Projekt zugute.

Der FAIR-o-mat® ist Co2 neutral und nachhaltig hergestellt, recycelt aus einem gebrauchten Altgerät. Er arbeitet ohne Strom, rein mechanisch. Nach Einwurf von zwei exakt definierten Münzen nebeneinander lässt sich der Drehknopf einmal drehen und schiebt dadurch über eine Spirale die Ware in den Ausgabeschacht, (also ähnlich wie bei den Kaugummiautomaten, die man vielleicht von früher kennt). Es sind 10 unterschiedliche Produkte erhältlich, Trockenfrüchte, Riegel, Fruchtgummi und Schokolade, in Kürze kommt noch ein Orangensaft 0,2l dazu. Betrieben wird der FAIR-o-mat® bisher durch ehrenamtliche Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade. Es gibt Bestrebungen, dies zukünftig in die Hände von engagierten Schülern zu legen.

Durch das ergänzende Bildungsmaterial sollen die Schüler auf die kritischen Fragen zur globalen Gerechtigkeit Antworten finden können. Anschaulich mit Mustern der unterschiedlichen Erntestadien von Kaffee, Kakao und Baumwolle und einer Weltkarte mit den Anbauregionen können die Schüler die globalen Zusammenhänge leichter verstehen. Einzelne Lehrer haben dies bereits erfolgreich im Unterreicht aufgegriffen.

Der Automat wurde im bisherigen Testbetrieb bereits sehr gut angenommen. Er regt auch dazu an, sich mit den Fragen des gerechten Welthandels zu beschäftigen. Beim Auffüllen des Automaten ergeben sich immer wieder Gespräche mit Schülergruppen. Die Schokolade sei die beste, die er je gegessen habe, meinte ein Schüler, andere bestätigten dies sofort und nickten dazu anerkennend. „Warum sind die Sachen eigentlich so teuer“, fragte dann jemand. Aber aus der Gruppe kam dann schon die Antwort, „weil die fair gehandelt sind.“ Die Bauern bekommen einen garantierten höheren Preis, Kinder müssen nicht arbeiten und können zur Schule gehen, es gibt langfristige Abnahme-verträge und Prämien für den Aufbau der Infrastruktur usw.

Am Beispiel des Kakaos für die Schokolade kann man besonders deutlich machen, was den Unterschied ausmacht. Leider wird aber immer noch ein sehr geringer Teil der Produkte fair gehandelt. Nur wenn wir es gemeinsam schaffen, hier schon früh auf breiter Front aufzuklären, kann sich was verändern ist das Credo der Steuerungsgruppe.