• 15.11.2018
  • 21:48

Portrait Berthold Brecht

Bertolt Brecht – made in Pfullingen

1897
Am 15. Mai 1897 haben auf dem Pfullinger Standesamt Berthold Friedrich Brecht und Wilhelmine Friederike Sophie Brezing die Ehe geschlossen. Die kirchliche Trauung folgte am selben Tag durch Stadtpfarrer Maier in der Martinskirche. Dies an sich nicht außergewöhnliche Ereignis wurde dann ausgiebig im Bahnhofsgebäude, wo der Vater der Braut als Vorsteher beschäftigt war, gefeiert, und das junge Brautpaar hat wohl auch dort die Hochzeitsnacht verbracht.

1898
Genau 9 Monate später, am 10. Februar 1898 brachte dann Sophie ihren Sohn Eugen Berthold Brecht in Augsburg zur Welt, der sich dann später Bertolt oder kurz Bert Brecht nannte und ein bedeutender Dichter des 20. Jahrhunderts wurde. Dieses Ereignis war für die Pfullinger Anlass, in den Jahren 1997/1998 unter dem Motto „Bertolt Brecht – made in Pfullingen“ an diesen großen Beinahe-Sohn der Stadt zu erinnern. Und Brecht hätte sicher Freude an diesen Veranstaltungen gehabt, da sie doch von verschiedenen Bürgern, Vereinen und Gruppen organisiert wurden und so ein besonders kreatives Potenzial freigelegt und aktiviert haben.

Nach dem Abitur studierte Brecht Medizin und Philosophie in München. Im November 1922 erhielt er den Kleistpreis und heiratete Marianne Zoff.

1924 übersiedelte er nach Berlin und heiratete 1927 nach der Scheidung von seiner ersten Frau Helene Weigel. Brecht, der schon früh die nationalsozialistische Gefahr erkannt hatte, floh 1933 aus Deutschland. Stationen des Exils waren Dänemark, Schweden, Finnland, Russland und ab 1941 die USA.

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil gründete er in Ostberlin das Berliner Ensemble. Er erhielt den Nationalpreis 1. Klasse und den internationalen Stalin-Friedenspreis. Am 14. August 1956 starb er und wurde auf dem Dorotheen Städtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.