Stadtnachricht
Bürgermeister Heß zu Gast im Bürgertreff und im ökumenischen Paul-Gerhardt-Treff
02.03.2010
Pfullingen. Über wichtige Vorhaben der Stadt Pfullingen informierte vor einigen Tagen Bürgermeister Rudolf Heß die interessierten Seniorinnen und Senioren in den vollbesetzten Veranstaltungsräumen. Eingeladen hatten im Bürgertreff Theo Brenner, Leiter des Bürgertreffs, und im Paul-Gerhardt-Haus, Pfarrer Martin Sauer. Dies sind regelmäßige Gelegenheiten mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Rund 100 Seniorinnen und Senioren waren zusammen bei beiden Veranstaltungen anwesend.
Nach seinem Vortrag hatten die Anwesenden Gelegenheit, dem Bürgermeister Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen lagen.
Allen Anwesenden wurde traditionell der „Auslandspfullingerbrief“ von Bürgermeister Heß übergeben. Dies ist ein ausführlicher Bericht über die Geschehnisse in der Stadt Pfullingen im Jahr 2009 mit Fotos, den die Stadt jedes Jahr verschickt.
Das Stadtoberhaupt berichtete den interessierten Seniorinnen und Senioren über die Geschehnisse in Pfullingen, indem er ihnen zunächst einen kurzen statistischen Überblick über das Jahr 2009 in Pfullingen gab. Pfullingen habe derzeit 18.456 Einwohner und wachse jährlich um ca. 40 - 50 Einwohner. Weiter berichtete er, dass es 2009 in Pfullingen 140 Geburten und 168 Sterbefälle gab. Im Jahr 2009 hätten sich außerdem 62 Paare das Ja-Wort gegeben, wovon viele Paare auf der Pfullinger Hochzeitswiese ihren eigenen Baum gepflanzt hätten oder noch pflanzen würden. Diese Aktion trage mit zum Erhalt der Streuobstwiesen bei. Der Ausländeranteil in der Stadt Pfullingen beläuft sich auf ca. 13,45 %. Dies entspricht etwa 2.482 Personen.
Er erläuterte die äußerst angespannte Finanzsituation der Stadt Pfullingen, rückte auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bei Bund, Ländern und in der kommunalen Ebene in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Als Mitglied des Präsidiums des Gemeindetags Baden-Württemberg setzt sich Bürgermeister Heß für eine gerechte Lastenverteilung zwischen der staatlichen Ebene einerseits und den Städten und Kommunen andererseits ein.
Das Freibad konnte im vergangenen Jahr eingeweiht werden und hat in der durch die Baumaßnahme etwas verkürzten Freibadsaison mehr als 95.000 Badegäste angelockt. Die Seniorinnen und Senioren sprachen der Stadt großes Lob für das neue Schönbergbad aus.
Ein wichtiger Standortfaktor ist ein umfassendes Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche in allen Altersbereichen. Am Friedrich-Schiller-Gymnasium sind derzeit die Baumaßnahmen für die Mensa und den D-Bau in vollem Gange, damit an dieser Schule eine Ganztagesbetreuung eingerichtet werden kann. Die Rohbauarbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme ist Ende Juli 2010 vorgesehen.
Auch an der Wilhelm-Hauff-Realschule ist die Einrichtung eines Ganztagesbetriebs geplant. Derzeit werden die planerischen Grundlagen erarbeitet und die möglichen Zuschüsse abgeklärt.
Für den Lebenswert einer Stadt ist eine attraktive Innenstadt von zentraler Bedeutung. Neben dem städtebaulichen Erscheinungsbild, der Platzgestaltung oder ausreichenden Parkplätzen ist ein umfassendes Angebot der Geschäfte besonders wichtig. Gemeinderat und Verwaltung arbeiten seit Jahren zusammen mit dem Gewerbe- und Handelsverein an dieser Aufgabe. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Innenstadt wurde das 1. Projekt, ein Spielparcours für die Innenstadt im Rahmen der Wirtschaftsförderung verwirklicht. Neben den klassischen Wippspielgeräten für Kleinkinder im jeweiligen Eingangsbereich des verkehrsberuhigten Bereichs der Pfullinger Innenstadt sind unter anderem ein Schach- und Damespiel auf dem Passyplatz, sowie nach und nach ein hochwertiger Themenpark „Wissen und Technik“ als Spielstation zur Entfaltung der Sinne auf dem Marktplatz und dem Laiblinsplatz umgesetzt worden.
Weiter entwickelt die Stadtverwaltung derzeit ein städtebauliches Konzept zwischen Großer Heerstraße, Kirchstraße, Passy-Platz und Badstraße. Hier sollen 3 Gebäude mit Verkaufsflächen, aber auch Räume für Arztpraxen und Büros entstehen. Ebenso sollen die Gebäude ein attraktives Wohnangebot enthalten. Das bisher vorhandene Warensortiment soll in angemessenem Umfang erweitert werden und eine weitere Belebung der Innenstadt zum Ziel haben.
Durch Vermittlung der Verwaltung ist es gelungen, den Standort der neuen Postagentur im Gebäude Kirchstraße 1, direkt am Marktplatz, und nicht wie ursprünglich vorgesehen, außerhalb des Stadtzentrums, einzurichten. Täglich besuchen etwa 400 Postkunden diese Poststelle, mit der auch eine Einzelhandelsgeschäft verbunden ist. Insbesondere angeboten werden Zeitschriften, Schreibwaren und Tabakwaren, außerdem ist eine Annahmestelle für das Zahlenlotto vorhanden. In diesem Zusammenhang hat die Stadt Pfullingen alle öffentlichen Parkplätze in der Tiefgarage Marktplatz, die sich direkt unter diesem Gebäude befindet, für 30 Minuten von den Parkgebühren befreit. Der Betrieb in dieser Postfiliale ist gut angelaufen und funktioniert reibungslos. Auch für dieses Angebot und die räumliche Nähe bedankten sich die Seniorinnen und Senioren recht herzlich und sind sehr zufrieden.
An die Vorträge des Bürgermeisters schlossen sich in beiden Einrichtungen lebhafte Diskussionen an, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre konkreten Vorschläge zur Stadtentwicklung vorbrachten.
An verschiedenen Stellen in der Stadt sind für ältere Mitbürger zur sicheren Überquerung der Straße, die Randsteine zu hoch. Bürgermeister Heß versprach dass die Stadt dies Schritt für Schritt anpassen werde. Derzeit wird auch von der Mentorenwerkstatt in Zusammenarbeit mit dem Stadtbauamt ein Führer für eine behindertengerechte Stadt erarbeitet. Durch dieses Projekt werden solche Übergänge verbessert.
Es wurde zur Einführung des Bürgerbuses einige Verständnisfragen beantwortet und Bürgermeister Heß erläuterte den Anwesenden das Vorhaben und dass dies zeitnah umgesetzt werden soll. Es haben sich über 30 ehrenamtliche Fahrer bereit erklärt hier mitzuwirken. Derzeit wird das Projekt weiterentwickelt und über einen Verein soll dieses Vorhaben ehrenamtlich umgesetzt werden.
Ebenso wünschen sich die Seniorinnen und Senioren einen erfolgreichen Weinanbau am Georgenberg. Ein Vorschlag für die Namensgebung sei „ Pfullinger Georgenberg Spätlese“.